RRRollipop® schauen!

Südfrankreich, Pyrenäen, Manresa, Spanien

ein BetRRRiebsausflug

 

Was hat 5 Ehrenamtliche, die DienstTag für DienstTag für RRR schrauben bewogen, 5 „Microcotxes“ samt Ehepartner – so
vorhanden – ins französische Aventignan und dann nach Spanien, nach Manresa zu schaffen und dort fleißig herumzufahren?

 

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Die schmalen Bergstrasserln sind sehr verkehrsarm. Aus früheren Einzelaktionen hatten sich mit den Einheimischen freundschaftliche Verhältnisse entwickelt. Veranstaltungen sind dort eine fröhliche Angelegenheit. Kein ernstes Erbsenzählen á la Bergwertungen unserer Art. Das finden wir artgerecht für Oldtimer. Es erweckt Raritäten zum Leben. Wenn’s auch nicht immer bis ins Ziel reicht.

 

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Unwichtig. Wenn man aufpasst, erwischt man sie zur allgemeinen Freude beim Fahren. Zur Freude gehört auch gutes, schönes Essen. Beim Picknick oder in gepflegter Umgebung. In Frankreich und erst recht in Spanien.

 

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Für die Bewahrung historischen Kulturguts gab’s Pokale. Jean Pierre Barbé und sein Team bekamen den 1. Preis in der Klasse „Concervació“. Die hatten einen Tippen Delta aufgebaut. Christoph, der Senior, bekam den 2. Preis für den „Spatz“. Für Bewahrung der Originalität.

 

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Christoph war der Initiator, mit ihm den Winter über den „Victoria Sportwagen 250“, vulgo „Spatz“, zu reaktivieren. Für den Betriebsausflug, aber auch für die Jubiläumsveranstaltung vom österreichischen „KaRo Club“ im nächsten Jahr. Wie ich ergänze. War er er doch bei einer solchen zuletzt im Einsatz. Vor 24 Jahren, 1985. Erich, der Schenkel, hatte – ehe er sich auf „Wolke 7“ zurückzog – fleissig für künftige Einsätze vorgesorgt. Immer wenn’s bei der
Spatz-IG was gab, hatte ich zu bestellen: die charakteristischen Schrammleisten rundherum, das Spatz-Emblem vom BAG-Spatz fürs Armaturenbrett. Weil’s so lieb ist. Und, ganz wichtig, da war ich besonders dahinter: den Rohentwurf eines Verdecks mit Gestänge und Türen, der dann von Schenkels Haus- und Hoftapezierer einen langwierigen Winter über fertig gestellt wurde. Selbst 2 neue Reifen fanden sich in Erichs „Spatzarchiv“.
2 weitere, neue kamen jetzt hinzu. Die Felgen liess Christoph lackieren, nachdem ein Versuch, dies aus Billigkeitsgründen in Eigenregie zu tun daneben gegangen war. Bessere Resultate zeigten seine und seiner Ehefrau Maria Arbeiten an einer kompletten Erneuerung der Tapezierung bis hin zur einer alubeschichteten, feuerfesten Rückwand vor dem Motorraum, mitsamt einer Humanisierung des Batteriewechsels. Ganz wichtig war die fachgerechte Reparatur diverser Risse an der Polyesterkarosserie. Auch für die Gummidichtungen der Deckeln von Koffer- und Motorraum fanden wir in Teamarbeit einen tauglichen Ersatz. Den Tank hatten wir schon zwei, drei Jahre zuvor innen entrostet und versiegelt. In einem zwischenzeitlichen Restaurierungsanfall. Die dabei verloren gegangenen Innereien im Tank sind mit der Zeit fein säuberlich neu nachgefertigt worden. Die Bremsen erhielten nun rundherum neue Manschetten, einen neuen Radbremszylinder und wurden auf Silikonbremsflüssigkeit umgestellt. Beim Ersatz der allzu weichen Stossdämpfer bestätigten sich solche, wie die auf meiner BMW R90/6 zu finden sind aufs neue als bester Kompromiss. Ich war in den 80er-Jahren draufgekommen, als ich in meiner Garage am Spatz herumschraubend um mich sah. Rundherum kamen neue Bowdenzüge, was wegen der Kupplung mit automatischer Vorwahlmöglichkeit zum elektromagnetischen 5-Ganggetriebe eine exakte Reproduktion und genaue Einstellarbeiten erforderte. Schlussendlich kam noch die Borduhr zum Uhrmacher, denn am ziemlich robust wirkenden Victoria-Triebwerk war nix zu tun. Ausser Ölwechsel im Getriebe.
Für etwas Öl wäre auch der Schmierfilz am Unterbrecher dankbar gewesen. Konnte es aber nicht sein, denn beim vorbereitenden Service erwies es sich als zu arbeitsaufwändig, ihm diesen Gefallen zu erweisen. Folge: der Unterbrecherabstand wurde beim Fahren immer kleiner, weil sich das Pertinax abschliff. Während der Pyrenäenüberquerung blieb er stehen. Flügellahm. Der "Spatz". Und die ganze Kolonne hinter ihm. Wir waren schon in Spanien. Christoph staunte wie weit ein Victoria-Motor mit einer dermassen verstellten Zündung fahren konnte, stellte 4 mm Vorzündung ein und kaum war eine Stunde um, ging’s wieder weiter.

 

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In Manresa erwartete uns ein Avolette-Besitzer sehnlichst. Ihm war zuvor sein Zugfahrzeug eingegangen. Er bat uns, seine Pretiose auf unserem leeren Hänger mitzunehmen. Was leicht möglich war, weil wir in Frankreich beschlossen hatten, folgendermaszen über die Pyrenäen nach Spanien zu fahren: Tiger, Spatz und Goggo auf eigener Achse, Heinkel Kabine samt Felber Huckepack und die anderen Zugfahrzeuge mit 2 leeren Hängern hintendrein. Also genug Platz für eine kleine Avolette.

 

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Allerdings war einer von den in Aventignan leer weggefahrenen Hängern schon besetzt. Vom Tiger. In einem kleinen Pyrenäendorf, knapp vor der Grenze war die Stossstange des Kolbendämpfers eines Federbeins gebrochen: hinten rechts. Das Rad blockierte. Fahrtende. Aufgeladen.
Nein, nach Spanien will er nicht. Der Tiger!
In Spanien fuhr dann Francesco Larocca nächtens 110 km von Manresa nach Tarragona und wieder zurück. Ersatz von seinem Goggo holen. Schliesslich war es dem Clubkollegen vom Classic Motor Club del Bages mit der Mitglieds-Nr. 6250 eine Ehre, der älteren Mitglieds-Nr. 2353 behilflich sein zu können. Das Federbein passte – aber nur wenn man allein fuhr. So wechselte Roswitha, Fritzens Beifahrerin, zu Christoph und Maria. Vom Tiger in den Spatz – welch ein Abstieg! Wohl nur in der Zoologie. Für uns schien der Wechsel auch gute Seiten zu haben, denn so bekamen wir Gelegenheit, die Richtigkeit des alten Victoria Werbespruchs zu demonstrieren: "Der dritte Mann sitzt nebenan". Er war übrigens auch Erich Schenkels Lieblingsspruch. Kleiner Nachsatz der zwei Beifahrerinnen von heute: "vorausgesetzt wir nehmen ihn mit!"

Fritzens Maders Tigerfreuden währten nur 2 km. Auf der Fahrt zum Start in Manresa mit dem frisch montierten Goggofederbein rechts hinten brach das andere, das Federbein links hinten. Bei einem Stopp vor einer Bodenschwelle. Es blockierte das Rad und über die Keilriemenscheibe auf der Kurbelwelle auch den Motor. Nicht auszudenken wenn das etwa bei einer schnellen Runde am Nürburgring passiert wäre. Wo wir uns vor ein paar Jahren auch herumgetrieben haben. Da Francesco leichtsinnigerweise nur ein Federbein von seinem Goggo ausgebaut hatte, wurde auch Fritz zum Beifahrer: Im Felber Autoroller. Christoph jun. war Solist und hatte den freien Platz bisher eh nur mit jungen Französinnen besetzt bzw. für Spanierinnen vorgesehen gehabt.
Ursache des Doppelschadens: ein Montagefehler. Merke: der Gummi der oberen Stoßdämpferaufhängung braucht mehr Spielraum zwischen bewegtem Federbein und fixem Rahmen als 1 mm! Mehr hatten wir ihnen aber nicht gegeben. Wie genau wir gearbeitet hatten, das bestätigt die Duplizität der Vorfälle. Spanien will er eben nicht. Der Tiger! Nein, Spanien will er nicht.

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Dass von Goggo, Heinkel Kabine und Felber nichts Negatives zu berichten ist oder von der ewig bergabführenden Kurvenorgie der N230 und C1311 durch die spanischen Pyrenäen lässt schließen: ’s war befriedigend schön.

NG Mylius

 


Zuletzt aktualisiert: 14.09.2009 16:03


 

 

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